Gesundheitswelt

Berühmte Wegweiser der Naturheilkunde

Äbtissin Hildegard von Bingen

Als erste Frau trat die Äbtissin und Naturforscherin Hildegard von Bingen (1098-1179), auch die „Heilige Hildegard“ genannt, aus der Anonymität der vielen, ihr vorangegangenen, unbekannten Kräuterweiblein heraus.

Dr. Samuel Hahnemann

Eine besondere Richtung der Heilkunde begründete der geniale Arzt Samuel Hahnemann (1755-1813) mit der Homöopathie. Seine Arzneistoffe, die oft in kleinsten Mengen zur Anwendung gebracht wurden, sollten nicht nur das Symptom bekämpfen, sondern die Selbstheilungskräfte gegen die Krankheit mobilisieren.

Ab dem 19. Jahrhundert sah es eine Zeit lang so aus, als ob mit der stürmischen Entwicklung der Chemie und moderner Pharmakologie die Heilkräuter mehr oder weniger bedeutungslos werden sollten. Als es gelang, organische Stoffe aus rein anorganischen Bestandteilen synthetisch herzustellen, hielt man immer mehr den Umweg über die Pflanze für überflüssig und stellte die Medikamente hauptsächlich in chemischen Laboratorien her. Zweifellos hatte die moderne Medizin große Siege zu verzeichnen: Impfstoffe brachten die gefürchteten Infektionskrankheiten praktisch zum Verschwinden, Sulfonamide und Antibiotika zeigten ungeahnte, verblüffende Erfolge. Doch die Kehrseite dieser Behandlungsweise zeigt sich allmählich durch bedrohliche Nebenwirkungen, welche die erwünschte Wirkung manchmal schon zu übersteigen drohen. Ganz zu schweigen von einem ständig steigenden Verbrauch in der Anwendung chemischer Präparate, der zu drastischen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen führte.

Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp und Johann Künzle

Als „Rufer in der Wüste“, die nur von wenigen, naturverbundenen Anhängern gehört wurden, galten die beiden Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) und Johann Künzle (1857-1945). Sie waren Mahner für eine natürliche Lebensweise und gleichzeitig eifrige Verfechter der Heilpflanzenlehre.

Heute sind Heilpflanzen, die lange Zeit von einer chemiegläubigen Generation allenfalls milde belächelt wurden, wieder gesellschaftsfähig geworden, um nicht zu sagen: hochmodern. Allerdings dürfen von Kräutertees keine Wunder über Nacht erwartet werden. Sie müssen über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Erst dann können sie ihre Wirkung entfalten, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch weniger schädlich ist.