Für die Frau

Wechseljahre - Mitte des Lebens

Die Wechseljahre bei der Frau sind die Jahre des hormonellen Wandels vor und nach der Menopause. Diese Zeit wird auch Klimakterium (griechisch "klimaktér" d.h. "Stufenleiter, kritischer Zeitpunkt im Leben") genannt. Das Klimakterium ist, wie die Pubertät, ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau und keine Krankheit. Die hormonelle Umstellung kann jedoch zu unterschiedlichen Beschwerden führen, die eventuell therapeutisch behandelt werden müssen.

Vier Hormone Hormone spielen im weiblichen Regelzyklus die Hauptrolle:

  • FSH (follikelstimulierendes Hormon)
  • LH (luteinisierendes Hormon, löst den Eisprung aus)
  • Progesteron oder Gelbkörperhormon (Bildung wird durch den Eisprung ausgelöst)
  • östrogen




Die Wechseljahre sind das körperliche Gegenstück zur Pubertät: Bei jungen Mädchen stellt sich der Körper darauf ein, befruchtungsfähige Eier herzustellen. In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke die Produktion der Sexualhormone (östrogene und Gestagene) ein. Dieser Prozess endet mit der letzten Regelblutung -- die Frau wird unfruchtbar - und kann zwischen fünf und zehn Jahre dauern. An die Zeit der Wechseljahre schließt sich die Zeit des "Alters" an, das heute etwa 30 Jahre umfassen kann.

Die Phasen der Wechseljahre
Prämenopause: Die Zeit vor der Menopause - Hormonschwankungen beginnen. Es treten noch Regelblutungen auf, jedoch begleitet von typischen Zyklusschwankungen. (Durchschnittliches Alter liegt bei 40/45 bis 50 Jahren)

Menopause: Hat eine Frau 1 Jahr lang keine Regelblutungen mehr, wird die letzte Regelblutung als "Menopause" definiert. Dieser Zeitpunkt lässt sich daher nur im nachhinein bestimmen. (Durchschnittliches Alter liegt bei 51 Jahren)

Perimenopause: Sie liegt etwa 1 bis 2 Jahre vor und nach der Menopause. "Peri" bedeutet im medizinischen "drum herum".

Postmenopause: Sie beginnt ca. 1 bis 2 Jahre nach der letzten Regelblutung und geht bis etwa 65 Jahre. Nach dieser Zeit beginnt das Alter.



Auswirkungen auf Körper und Seele
In Deutschland leiden ca. 1/3 der Frauen unter starken bis mittleren Wecheljahresbeschwerden (die ärztlich behandelt werden müssen), 1/3 haben leichte Beschwerden und 1/3 sind nicht davon betroffen. Die Stärke der Beschwerden ist sehr unterschiedlich, auch körperliche, soziale und psychische Faktoren der Frauen spielen eine Rolle. Auch die Dauer der Beschwerden ist individuell verschieden, sie reicht von 6 Monaten bis 5 Jahre. Typische körperliche und psychische Beschwerden:

  • Schweißausbrüche, Hitzewallungen
  • Schwindel
  • Schlafstörungen (meistens aufgrund von Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen)
  • Kopfschmerzen, oft migräneartig
  • Herzklopfen (Herzjagen)
  • Harninkontinenz
  • Scheidenentzündungen, bedingt durch trockene Vaginalschleimhaut
  • Depressionen
  • Nervöse Erschöpfung, Mattigkeit
  • Labile Stimmungslage
  • Reizbarkeit und Aggressionen

Oft sind die psychischen Beschwerden die Folge körperlicher, z. B. Mattigkeit und Reizbarkeit als Folge von Schlafmangel.



Hormone: Ja oder Nein?
Vielfach wird bei Wecheljahresbeschwerden eine Hormontherapie (früher: Hormonersatztherapie) eingeleitet. Je nach Schwere der Beschwerden einer Frau kann diese Therapie durchaus sinnvoll sein, die Entscheidung müssen jedoch die Frau und ihr Gynäkologe treffen, da die Beschwerden von Frauen in den Wechseljahren sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. Daher braucht nicht jede Frau zusätzliche Hormone. Bei starken Beeinträchtigungen sollte aber eine Hormontherapie unter ärztlicher Fachaufsicht in Erwägung gezogen werden.

Funktion von Hormonen im Körper
Geschlechtshormone steuern nicht nur den Regelzyklus einer Frau, sondern sie sind auch an vielen anderen Vorgängen im Körper beteiligt. Wichtig ist, dass Diagnose und Behandlung von den individuellen Beschwerden ausgehen. Eine Hormontherapie sollte keine prophylaktische Behandlungsform sein.

Alternativen aus der Natur

Bei leichten bis mittelschweren unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre könnten auch pflanzliche Mittel eine Alternative bieten. Zum Beispiel: die Einnahme von Phytoöstrogenen. Phytoöstrogene sind pflanzliche Hormone, die ähnlich wie synthetische Hormone im weiblichen Körper wirken, allerdings vollkommen ohne Nebenwirkungen. Der Begriff "Phytoöstrogene" wurde in den 80iger Jahren von dem finnischen Wissenschaftler Herman Adlercreutz geprägt. Adlercreutz veröffentlichte viele Studien, in denen er nachwies, dass die Aufnahme von Phytoöstrogenen durch die Nahrung einen engen Zusammenhang mit dem Auftreten oder Wegbleiben klimakterischer Beschwerden hat. Je höher der Phytoöstrogengehalt der Nahrungsmittel, desto weniger Beschwerden traten auf.

Entdeckt wurde dies durch die Tatsache, dass asiatische Frauen kaum an Wechseljahresbeschwerden leiden und Osteoporose dort praktisch unbekannt ist. Es handelt sich hier nicht um einen genetischen Vorteil, sondern um die traditionelle Ernährungsweise: viele Sojaprodukte Wesentlicher Bestandteil der Sojabohne sind Phytoöstrogene, hierin enthalten sind die Isoflavone.

Phytoöstrogene, auch Pflanzenhormone genannt, sind sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen u.a. Isoflavone und Lignane gehören. Sie sind keine östrogene im eigentlichen Sinne, sondern besitzen nur strukturelle Ähnlichkeiten mit diesen. Dadurch werden Bindungen an die östrogenrezeptoren erreicht, die eine östrogene oder aber auch antiöstrogene Wirkung haben können. Die bekanntesten Phytoöstrogene sind Genistein, Daidzein, Formononetin und Biochanin A. sowie Coumestrol. In Soja finden sich, das Genistein und das Daidzein. Der heimische Rotklee enthält ebenso Genistein und Daidzein sowie die Isoflavone Formononetin, Biochanin A. und Coumestrol. In Kombination ergänzen sich Rotklee und Soja somit als die wichtigsten Isoflavon-Lieferanten.


Isoflavone sind keine Hormone, und daher kann an sie auch nicht der Anspruch der Effekte von Hormonen gestellt werden. Eine regelmäßige, über einen längeren Zeitraum reichende Einnahme ist Voraussetzung für die Wirksamkeit.

 


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